WIR WERDEN SINGEN (Arbeitstitel)


KONZEPT

Ich wollte, dass nicht nur die Bilder, sondern auch die Geschichte des Films aus der geographischen Landschaft heraus entstehen. Das Ruhrgebiet habe ich deshalb gewählt, weil die Landschaft, die sich dort findet, immer ein Hybrid zwischen Mensch und Natur ist: Verwaiste Industrieanlagen und tief untergrabener Boden wurden von Pflanzen und Tieren neu besiedelt. Die Natur kehrt zurück in Bereiche, die der Mensch genutzt, zerstört und verlassen hat. Sie sickert ein an den Rändern, schlägt sich Schneisen und erobert Raum, stets in Tuchfühlung mit den nach wie vor bewohnten Stadtgebieten.
Die Folge ist eine einerseits futuristische Landschaft, weil sich – sozusagen auf postmoderne Weise – Mensch und Natur neu zusammenfinden. Andererseits aber tauchen lang verschollen geglaubte Natureindrücke wieder auf. Ungeheuer reizvoll liegen sie dicht an dicht mit den urbanen Elementen des Ruhrgebiets. Wenn man genau hinsieht, scheinen Mensch und Natur sich gleichzeitig abzustoßen und anzuziehen. Sie leben aufeinander zu, zerstören sich dabei, und sehnen sich im selben Moment nacheinander. Wildnis und Zivilisation, Uraltes und Modernes mischt sich zu einer dynamischen, zerrütteten und in sich widersprüchlichen Topographie.
In dieser Topographie bin ich fünf Jahre lang herumgegangen.
Welche Figuren würden hier auftreten?
Wie könnten sich die oben beschriebenen Spannungsfelder in ihnen niederschlagen?
Und welche Geschichte nähme also ihren Lauf?

 

 

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